|
|
| regen: Erster Gedanke |
|
|
Das Leben gleicht nun dem Regen. Es war immer schon so.
Nur dachte ich, eine Zeitlang in einem sonnigen Strahl zu stehen.
Der Blick aus dem Café, so wie immer schon gedacht. Zeitlos vergehen Stunden schnell, Menschen ziehen vorbei, Lichter, der Regen streicht unaufhörlich sanft über die Welt.
Durchtränkt vom Wasser bewegt sich das Sein langsam... je schneller die Zeit läuft, desto langsamer wird es.
Stetig saugen sich die Hauswände voll. Die Menschen tropfen. Der Efeu rankt sich durch den Regen an den feuchten Wänden empor. Leicht streicht der Wind durch die Blätter. Zeitlupentempoleben verstreicht Stunde um Stunde.
Erinnerungen quellen aus den Abständen zwischen zwei Tropfen, aus den kleinen Rinseln hervor. Staubige Erinnerungen aus dem allzeitlichen Diesseits. Schlagen Blasen unter den Füßen der Passanten, die verwundert ihre nasse Kleidung trockenzustreichen versuchen.
Der Stillstand spiegelt sich in den staubigen Blasen in mannigfaltiger Gestalt, gewinnt an Geschwindigkeit.
Das Leben gleicht nun dem Regen. Es war immer schon so.
Kopfüber hängen die Fledermäuse an den bröckelnden Mauervorsprüngen, umfassen einander zärtlich, um sich vor der Feuchtigkeit zu schützen. Hängen seit Ewigkeiten. Auch die verstaubten Blasen stören sie nicht, bewegen die sich doch in einer anderen Zeit.
Der Blick aus dem Café, so wie immer schon gedacht. Zeitlos vergehen Stunden schnell, Menschen vergehen, Lichter.
|
|
|
|
|